Superheld II – für nur 50 Pfennige

22. März 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Als ich einen Familienzwist mit tödlichem Ausgang geschlichtet hatte, spazierte ich fröhlich, wie ein völlig normaler Sterblicher durch die Gassen unserer Stadt. Ich sah, wie ein Kind sich in einen Mülleimer hineinstreckte um sich etwas Essbares zu angeln. Ich bot ihm meine Hilfe an und hielt ihn an den Füssen, damit er noch tiefer in das Behältnis hineinreichen konnte. Plötzlich schrie eine ältere Dame um Hilfe, ich würde ein Kind mißhandeln. Ich ließ die Beine des Jungen los und stürzte mich auf die Dame, um mich bei ihr zu bekanken. Nicht jeder bringt den Mut auf, und schreitet ein. Heutzutage ist dies eine Seltenheit. Die Dame war sichtlich gerührt und freute sich über die Zuwendung. Hilfsbereiterweise begleitete ich sie nach Hause, wo sie mir ein Trinkgeld von 50 echten Pfennigen für meinen Heimbringdienst aushändigte. Sie sagte, heutzutage, wo an jeder Ecke eine Gefahr lauern kann, Räuber, Vergewaltiger, Mörder, sei sie froh, das jemand wie ich ein Auge auf die Menschen wirft. Nun, ich war ganz ihrer Meinung und verabschiedete mich höflich.

Als ich wieder zurück zur Mülltonne kam, war der Junge nicht mehr da. Ich dachte, er wird wohl was zu essen gefunden haben und nach Hause gegangen sein. Doch ca. eine Stunde später erwischte ich ihn, wie er einer Frau ihre in ordentlich Senf getauchte Bratwurst aus der Hand riss und damit abhaute. Ich schnappte ihn und stellte ihn zur Rede. Er erzählte mir eine vollkommen unglaubwürdige Geschichte, dass er keine Eltern habe und dass er schon tagelang nichts mehr gegessen hatte. Ich zeigte ihm das 50 Pfennig Stück und sagte ihm: „Weißt du, diese 50 Pfennig wollte ich dir geben, als Symbol von Hilfbereitschaft und Dankbarkeit. Ich habe ihn von der alten Dame, die dich irrtümlicherweise in Gefahr sah, als ich dir geholfen habe. Und jetzt erwisch ich dich bei sowas.“ Während ich die Bratwurst verschlang fing er an zu weinen und ich hatte mitleid. Da nahm ich ihn feste an mich und brachte ihn schnellsten Fluges ins nächste Katholische Kinderheim, wo sich die Nonnen und der zuständige Pfarrer bereits die Hände rieben, um dem Jungen in die Geheimnisse des Lebens einzuweihen. Die 50 Pfennig behielt ich bei mir, als Symbol von Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit und natürlich Vergebung.

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