Avril ist tot

6. Mai 2008 § 2 Kommentare

Kennt jemand den Biography-Channel? Zwischen ein paar interessanten Beiträgen werden die großen „Stars“ aus Film und Fernsehen regelrecht heilig gesprochen. Vorsicht! – Hirnfresser sind da unterwegs.

Neulich hat jemand zu mir gesagt, er vergesse dauernd Sachen und er wisse auch gerade nicht, wie er seinen DVD-Rekorder programmiert kriegt, aber deshalb hört er noch lange nicht auf zu Saufen, die wichtigen Hirnzellen wachsen ja sowieso immer wieder nach. Die Zeit heilt also doch alle Wunden. Ich saufe nicht, oder selten, meine Hirnzellen sind also alle noch da. Vielleicht ist es an der Zeit sie zu erneuern, denn nach der jüngsten Erkenntnis über mich selbst bezweifel ich, dass ich mir jemals wieder trauen kann.

Ich schaue also den Biography-Channel, in dem es die nächste Dreiviertelstunde um Frau Lavigne gehen soll. Sie gibt ein paar ihrer hübschen Kinderlieder zum Besten und wird zwischendurch interviewt. Ihr Auftritte mit Band sehen ungefähr so aus: Der Drummer vermittelt den Eindruck eines Profialkoholikers auf frischem Entzug und sieht aus wie eine Mischung aus „The Prodigy“ und „Red Hot Chilli Peppers“. Sein Zittern hält er professionell im Zaum, wenn der denn gleich endlich mal wieder was Schnelleres spielen darf. Entweder dass, oder er springt Frau Lavigne von hinten an und versucht ihr die Zunge zwischen die Backen zu schieben, die sie vermutlich, genau wie ihre Augen bei dem Lied fest zusammen presst. Von zwei Gitarristen singt einer zusammen mit dem Keyboarder den Backround, der andere Mann an den Saiten droht vor Langeweile einzuschlafen, und zwar während des ganzen Auftritts. Vermutlich kann er mehr, wird aber gut bezahlt. Der singende Klampfengockel ist, genau wie die Chefgöre selbst schweinemäßig ergriffen von den schmerztriefenden und doch vollkommen sinnlosen Texten aus dem Rock und Pop-Phrasen-Katalog ihres Produzenten und den drei Akkorden, die ganz früher für ihn sicher eine harte Nuss waren, doch jetzt ist er ja Profi und benutzt ein Effekt-Gerät, von dem Avril immer noch glaubt, dass es ihr einmal einen Heiratsantrag machen wollte, aber dann gekniffen hat. Es darf trotzdem noch mit auf die Bühne.

Im Interview wird ihr, wie Vertraglich vereinbart, von der dumpfbackigen Moderatorenschnalle kräftig Zucker in den Allerwertesten geblasen (den Drummer hälts kaum noch auf seinem Sitz) und ihre „Erfolge“ werden der Reihe nach runter gebetet. Im Grunde genommen geht’s drum, wie viel Geld sie den arglosen Teenies rund um den Globus schon aus den Taschen geleiert hat. Verpackt mit einem breiten Grinsen fressen die sowieso alles und feiern hübsch weiter mit. Bevor das ganze überhaupt als vollkommen Sinnloses Unterfangen entlarvt werden kann, denn Frau Lavignes Antworten auf die Standard-Fragen sind noch schlichter, als das aufregende Gedankengut des großen Podolski, gibt es schon wieder was Neues zu vermelden, von der unglaublich begnadeten Künstlerin: Ein Comic. Ein Manga. Niemand kennt seine Zielgruppe besser. Gott ist die Kreativ. Wie kommt sie bloß immer auf so tolle Sachen, wird sie gefragt. Tja, sagt sie, ihr Produzent hat gesagt, diese Mangas wären sehr erfolgreich, sie wusste das gar nicht. Und jetzt hat sie ihren eigenen. Kommt schließlich von Herzen. Und die Kids freuen sich. Wo soll da ein Problem sein? Noch vor ein paar Jahren haben diese Bälger den Weichmacher aus ihren Plastikspielzeugen gelutscht und das hat auch nicht geschadet.

Danach gibt sie „complicated“ oder „skater boy“ zum Besten, ich weiß nicht mehr genau. Als sie für die Manga-Scheiße gefeiert wurde ließ ich einen lauten Furz und der dauerte ganze vier Minuten an. Ich sah nur, wie sie mit rollenden Augen und den Händen in der Tasche am Mikro stand und den Mund aufriss, während der Drummer sein Gemächt mit den Sticks bearbeitete, was ihm sichtlich mehr Spaß machte, als auf der Snare herum zu trommeln. Diese beiden Stücke johlt sie unter anderem auch auf der Konzert DVD „My World“ und ich hätte aufgrund dieses Titels schon ahnen können, dass ich mein Geld damit in eine schreckliche Zeitverschwendung investiere. Allerdings ist das schon ein paar Jahre her. Damals versprach sie einem irgendwie mehr, oder das Licht war besser, keine Ahnung, und ich dachte ich kaufe endlich mal ne DVD, die auch noch ein paar andere Leute in ihrem Schrank stehen haben. Aber jetzt ist mir der Staub lieber, der das Cover bedeckt. Diese Plastik-Songs, die ganz, ganz unbedingt aber auch so überhaupt gar nicht nach Britney klingen sollen, haben ihre Halbwehrzeit schon kurz nach dem halben Intro überschritten. Ich würde mittlerweile sogar so weit gehen Pink dafür zu bezahlen, dass sie Avril den Arsch für diesen ganzen Scheiß versohlt, aber die ist auch nicht besser.

Nach meiner Erkenntnis bin ich ein wenig beschähmt, diesen Müll mal gut gefunden zu haben. Alkohol kann mir da vermutlich auch nicht Helfen. Die Zeit soll mir da mal schön zu Seite stehen. Zurückblicken macht ja bekanntermaßen sowieso keinen Sinn.

Ich werde nicht einmal Profit daraus schöpfen, Avril aus meinem Haushalt zu entfernen. Kein ebay. Nachdem ich entgegen jeder Art von Verkaufskunst das Produkt Avril Lavigne schön schlecht gemacht habe, biete ich nun folgendes an: Wer mir unter dem Stichwort „Avril muss weg“ ein oder zwei halbwegs originelle Zeilen über Avrils Sangeskunst per E-Mail zukommen lässt, kann das Ding Geschenkt haben. Ich zahle sogar das Porto und putze auch vorher den Staub runter.

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§ 2 Antworten auf Avril ist tot

  • moggadodde sagt:

    Über A.L. kann ich keine originellen Zeilen schreiben – zu lange hat mich das hier wohnhafte, pubertierende Alien damit gequält und erst letzte Woche hat sie ihre A.L.-Gedächtnisposterwand abgenommen. Nun dümpeln die Bilder erstmal auf dem Boden herum und ich muss quasi dauernd auf der guten Avril herumtrampeln aber das kennt sie bestimmt schon, so niedlichschnuckeligklein gewachsen wie sie ist …

  • Schneckenbär sagt:

    macht sie fertig yehaaaaa!!!! :O

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