Black Francis ist Frank Black und ein ehemaliger Pixies. Manche sind halt ein wenig unentschlossen, wenn’s um ihre eigenen Namen geht. Aber das spielt keine Rolle, solang man ihn nicht aus den Augen verliert. Die Musik ist so gut, dass mein iTunes mich gar nicht mehr fragt, was ich hören will, sondern sofort auf BlueFinger schaltet… Na gut, das ist nicht wahr, aber wenn es das könnte, hätte ich auch nichts dagegen.
Spätestens nach ‘Threshold Apprehension’ zieht einen das Album richtig rein und zeigt einem, nach dem bekannten Klängen des Frank Black, dass da noch viel mehr ist. Wenn man also seines Radios über ist, und verflucht nochmal keine dummen Witze über Stau oder das Wetter mehr hören möchte, dann klettert man eben auf’s nächstgelegene Hausdach und schmeißt die alte Kiste herunter. Ich glaube, die Musik von Frank Black ist wichtig für Menschen, deren Hirn von Robbie und Juli und Silbermond und Mika weichgekocht wurde. Nie vergessen: Es ist immer noch was zu retten. Immer!
Einer der Songs auf dem Album stammt ursprünglich von Herman Brood & his Wild Romance:
You can’t break a heart and have it.
Frank Black’s cover dieses Stücks riecht natürlich schwer nach Gitarre, aber für jemanden der den Sound eines schwebend-krachenden Gitarrenriffs bevorzugt an seine Ohren lässt, ist es, als Tanze man über eine blühende Waldwiese im Frühling. Ich persönlich würde nicht einmal entscheiden wollen, welche Version besser sein soll. Im Zweifelsfalle, sagt man gerne, lieber das Original. Ich höre sie einfach abwechselnd. Auf BlackFrancis.net kann man sich (klick auf die Gitarre) ‘Treshold Apprehension’ und ‘Diskotheque 36′ vom BlueFinger-Album anhören.
Frank Black verliebt sich gerne in Songs von anderen Künstlern und verschafft ihnen durch seine eigene Interpretation ein ganz neues Wesen. Dabei verändert er die Stücke nie grundlegend, sorgt aber meistens für eine art „Veredelung“. Black Raider ist ein Song von Tom Waits gleichnahmingen Album, und wird von Black nur mit seiner Gitarre und der Hilfe der Moderatorin (zumindest am Schluss), wie man bei diesem Radioauftritt bei 89.3thecurrent hört, wiedergegeben. Dieser Song begnet einem auch auf dem „Black Letter Days“- Album zur Begrüßung und zum Abschied.
Gut, die Dame hat am Schluss leichte Probleme an sich zu halten, aber so kriegt dieser irre Song wenigstens noch einen lustigen Abschluss.
Zappaneuling ist ein ziemlich bescheuertes Wort. Irgendwann hat mal jemand gesagt, Zappa war ganz gut, aber er habe auch viel scheisse gemacht. Wir waren bestürzt. So jemand war sicherlich ein Zappaneuling. Und vermutlich wird er es für immer bleiben. Es gibt bessere Alben von Frank Zappa als Overnite Sensation. Aber dieses ist so schön eingängig, aber dabei immer voller kreativer Ideen und Gitarrensoli, die in der heutigen Musik ganz einfach fehlen. Es wirkt trotz mach skuriler Stellen nicht abgehoben, man ertappt sich vieleicht eher dabei zu denken, natürlich muß das so klingen. Wie denn auch sonst? Dieses Album wird nie langweilig. Allerhöchstens braucht man irgendwann mal eine kleine Pause davon, die eher der sehnsucht nach Abwechslung zuzuschreiben ist, denn der Klangästhetik dieses Tonträgers. Aber irgendwann ist es ganz automatisch wieder im Player, auf dem Teller oder im Flash-Speicher.





