Ein Weihnachten ohne Baum ist entspannter zwar, doch nicht zu empfehlen. Wo sollen denn bloß die ganzen Geschenke hin? Ach? Wir sind Erwachsen? Wir brauchen keinen Baum? Der macht nur Dreck und außerdem ist man ja sowieso die ganze Zeit auf der Arbeit und hat ohnehin nichts von dem guten Stück? Wie, man hat nichts davon? Würde ich nicht arbeiten müssen, säße ich dann wirklich den ganzen Tag vor dem Baum, ihn anzustarren dass er vor Scham seine Nadeln verlöre? Ich finde, es ist schon ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, dass er da ist. Und die Geschenke haben auch ihren Platz. Da hängt man sich die Christbaumkugeln ans Fenster oder an die Tür, legt sie auf ein Tablet oder in einen Kerzenhalter oder ein Glas. Aber sie an einen schönen Baum zu hängen, daran denken viele nicht mehr. „Ganz locker“, nennen sie das, „Unspießig und total easy“. Aber ich sag euch, einmal im Jahr muß ich wenigstens die Christbaumspitze irgendwo hinstecken. Und wenn alle so aufgelockert sind, so easy und leicht zu händeln an den Feiertagen, wenn sich alle mal ordentlich entspannt haben, vor ihrer Lichterkette am Fenster, dann würde ich die Chance nutzen die Christbaumspitze dort unter zu bringen, wo der liebe Gott die Sonne niemals scheinen lässt. Und wer dann nicht ganz spontan unglaublich verspannt ist, dem glaube ich tatsächlich, dass er Weihnachten lieber ohne Christbaum verbringen möchte und sich stattdessen einen zweiten Satz Kugeln samt Spitze zum frohen Fest wünscht.
Archive for the ‘Glauben’ Category
Der schwule Theodor
In Geschichten, Gesellschaft, Glauben, Verwirrung on 19. Mai 2007 at 13:08Da sitzt er nun, auf dem Kirchturm und knallt wahrlos alle Leute ab. Er tut das, weil, naja, weil er eben davon ausgegangen ist, dass man ihm wirklich helfen könne. Doch von Hilfe keine Spur. Gehen wir ein wenig zurück in der Zeit. Frauen, so sagte man ihm, seien wichtig. Er würde später mal unbedingt eine Frau brauchen. Das sei eine Tatsache. Eine Frau. Für alles. Und für halt so Sachen, eben. Mit diesem Gedanken wuchs er. Bekam die Idee mit der Frau immer wieder vorgekaut, immer und immer wieder, bis er schließlich eine mitbrachte. Sie war Read the rest of this entry »
Der erste Deal
In Bibel, Geschichten, Glauben on 18. April 2007 at 20:25Einst verkaufte der liebe Gott seinen alten Schrebergarten an den gutgläubigen Adam. Und als der merkte, dass ihm die Arbeit damit über den Kopf wuchs, da dieser Garten einfach viel zu groß für einen alleine war, ging er zu Gott zurück und bestand auf einen nachträglichen Rabatt, um sich mit dem übrigen Geld eine Hilfe leisten zu können. Doch für nachträgliche Rabatte war Gott nicht zu begeistern. Adam fühlte sich über´s Ohr gehauen. Nicht einmal die verdammten Apfelbäume, mit denen er ja sowieso Read the rest of this entry »
Arm und verlassen
In Geschichten, Gesellschaft, Glauben on 14. März 2007 at 21:25„Der liebe Gott hat mich auf Diät gesetzt, doch wie man sehen kann bin ich dünn genug! Haben sie vielleicht ein paar Cent übrig?“ Bevor man einen Supermarkt betritt, wird einem das Herz gebrochen. Dieser arme Mensch. Nichts zu beißen, kein Dach über´m Kopf und muß um Geld betteln. Da gebe ich doch gern´ ein paar Cent. Vielleicht sogar einen Euro. Vor mir eilt eine Mutter mit ihrer neugierigen Tochter an dem Mann mit der halb ausgestreckten Hand vorbei, er lächelt, sie schämt sich, das Kind fragt den Mann: „Wer bist du denn?“ „Oh mist“ wird sich Read the rest of this entry »
Alles wird gut
In Gesellschaft, Glauben, Weihnachten on 21. Dezember 2006 at 01:42Das Volk soll wieder lachen. Jedenfalls mehr, als es eigentlich zum lachen hat. Wir müssen wieder positiver werden. Hört doch mal auf zu heulen. Das Wetter? Ach ja, das liebe Wetter. Macht doch mal nicht so´n Wind um so ein bißchen Regen. Es ist Winter. Schade, dass es keinen Schnee gibt. Weiße Weihnacht und so. Und wenn der Schnee da ist, oh nein, gleich hat er die ganze Welt unter sich begraben. Und der Strom ist auch noch weg. Scheißdreck. Der Schnee, der Schnee. Und die Arbeitslosen. Und die Mehrwertsteuer. Und alle sind Read the rest of this entry »




