Wenn deine Welt nicht mehr ausreicht, dann benutz doch einfach...

Archiv für die Kategorie ‘Gesellschaft’

Kam der Sommer jetzt überaschend?

In Deutschland, Gesellschaft on 3. Juli 2009 at 01:48

Kam der Sommer jetzt so überaschend? Die Leute sehen aus, als hätten sie noch nie 29 Grad am Leibe erfahren und behelfen sich nun mit alten Laken, Tischdecken oder gar einfach nur ein paar karierte Boxershorts die eigentlich unter die Hose gehören. Ist das vielleicht die typisch negative Denkweise in Deutschland, von wegen „wir kriegen hier sowieso nie wieder einen richtigen Sommer, also schmeiß ich all meine Sommersachen in die dafür zertifizierte Sommersachentonne? Und jetzt haben wir den Salat: Die Hitze ist da. Ich habe dieses Jahr schon Kleider gesehen, die von der Altkleidertonne vom Roten Kreuz wieder ausgespuckt worden sein mußten. Selbst dieser hässliche Blechbehälter lässt sich nicht alles gefallen.

Andererseits: Ich habe leider feststellen müssen, dass es unheimlich schwer ist, ein vernünftiges Hemd zu finden, wenn man tatsächlich beabsichtigt nicht als überdimensionales Geschirrtrockentuch herumzulaufen. Streifen, Doppel- und Dreifachdickdünnstreifen die sich Kreuzen und dadurch zu Doppel – und Dreifachdickdünnkaros werden möchte ich nicht am Leibe haben, damit trockne ich allenfalls mein Geschirr. Da ist es bald einfacher, sich ein neues Hemd aus einem alten einfarbigen Bettlaken zu nähen, als die Geschäfte abzuklappern und in abgeklapperte Gesichter zu schauen die die Welt nicht mehr verstehen, wenn man sagt „ich möchte ein Hemd kaufen, aber nicht zum Karneval“. Am besten war da die antwort: „Neene, wir können auch schneller liefern.“

London Calling Kitzbühl

In Blender, Deutschland, Gesellschaft, Medien, berühmte Leute on 8. Mai 2009 at 14:31

Wo ich gerade beim Thema bin (siehe letzter Eintrag): Jetzt fängt der auch noch damit an. Wollt ihr auch gerne wissen, was Boris Becker gerade tut?  Wie Wohltätig er ist? Wie viele Werbepartner er gerade hat? Wie Boris ganz Privat etwas Zeit mit der Familie verbringt? Offensichtlich hält er sich für Deutschland’s heilige Kuh, oder den Papst oder einen König. Es gibt nicht viele Ochsen, die zu Wetten Dass… gehen und dem Volk berichten ihre neueste Errungenschaft zu ehelichen. Spätestens wenn er anfängt die Leute mit seiner Pisse zu weihen, kriegt er den nächsten Auftritt bei Gottschalk. In der zwischenzeit gibts BB-TV für alle und natürlich für alle, die nicht genug kriegen können, von dem alten Rostdegen.

Hochinteressant für echte Fans sind sicher die Videos, teilweise selbstgedreht, von Lilly, der zukünftigen. Hier sieht man Boris, wie er wirklich ist. Wenn er erzählt, dass er schon im Osten Berlins war, als die Mauer noch stand lautet die Videounterschrift: Boris redet über Geschichte. Wenn sein Sohn bei einem Osterausflug nach Kitzbühl einen Schneeball wirft, kneift der professionelle Sprecher in seiner Tonkabine beim Nachvertonen lässig ein Auge zu und plaudert locker aus: So ist eben ein ganz normaler Famillienausflug bei den „Beckers“. Familie Boris Becker. Na ich bin mal gespannt auf die Weihnachtsfolge, ende des Jahres.

Während man sich übrigens das kleine Osterfilmchen des obersupermegagenialen Superstars reinzieht, Boris über die Reiseroute sprechen hört, also von Miami nach Salzburg zum Umziehen und dann weiter nach Kitzbühl, läuft im Hintergrund „London Calling“…  Ein versteckter Hinweis? Vermisst er die guten alten „Samenraub-Zeiten“? Ist vielleicht der ganze Netzauftritt ein einziger Hilferuf? Achtet auf versteckte Botschaften und um Himmelswillen, wer sie versteht, oder verstehen will: SO HELFT IHM DOCH.

Wir Linguallegastheniker

In Blender, Deutschland, Gesellschaft, Irrtümer, Musik, Prominente on 12. Dezember 2008 at 21:09

An fremden Montagen, mit denen man sich am besten gar nicht erst anfreundet, finden in deutschen Handelshallen oftmals Read the rest of this entry »

Die Kälte

In Geschichten, Gesellschaft, Gewalt, Ängste on 5. Dezember 2008 at 22:53

„Wissen sie, wenn sie in diesem Aufzug die Straße rauf und runter laufen ist es ja kein Wunder, wenn sie vergewaltigt werden.“ Der alte Rudi wusste eigentlich nicht was er Read the rest of this entry »

Das akrobatische Gehirn

In Gesellschaft, schnelles Leben on 4. Dezember 2008 at 23:06

Man ist bemüht deutlich zu sprechen, da man offensichtlich auch sehr bemüht ist, deutlich zu denken. Wir wollen ja nichts… Read the rest of this entry »

Obi-Wahn Attentäter

In Blender, Deutschland, Gesellschaft, Prominente on 24. Juli 2008 at 15:08

Live-ticker zu Barack Obamas Auftritt in Berlin. Radiosender berichten von Read the rest of this entry »

Madonna ist Scheiße

In Blender, Gesellschaft, Musik, Prominente on 25. April 2008 at 15:23

Madonna ist großartig. Seit mehreren Jahrzehnten gilt sie als absoluter Superstar und mischt natürlich immer an der Spitze der Charts mit. Sie ist in der Rock’n Roll Hall of Fame. Sie ist die Queen of Pop. Keine Frau hat bisher das erreicht, was sie erreicht hat. Sie ist genial. Jennifer Lopez oder Shakira können ihr nicht das Wasser reichen. Sie ist wandlungsfähig und setzt immer wieder neue Trends. Ich glaube sogar, dass sie tatsächlich ein Instrument spielen kann. Jeder weiß, wie sie nackt aussieht. Es ist eine großartige Leistung von ihr zu zeigen, dass man als Frau auch auf diese Weise unglaublich erfolgreich sein kann, wer hätte das gedacht. Dazu hat sie zu allen Zeiten immer wieder den Arsch hoch gehalten, gern unbekleidet und vollkommen frei. Ihre Schamgrenze hat sie stets knapp über der von Paris Hilton gehalten, oder eben, da sie ja schon älter ist, über der Amerikanischer Pornostars, und erreichte so von Skandal zu Skandälchen ein einzigartiges Niveau, von Schwulen vergöttert, von Heteros beneidet und in einsamen dunklen Nächten als Vorlage benutzt. Sie hat Maßstäbe gesetzt, als sie sich in ihrem Konzertfilm „In bed with Madonna“ über die großen Schwänze ihrer schwulen Tänzer freute. Später küsste sie Britney und die andere Schnalle bei den MTV-Awards und noch später tanzte sie in einem fast fünfzigjährigen, erstaunlich gut erhaltenen Körper bedeckt von einem schlampigen Siebzigerjahre Ekeloutfit ganz allein vor einem Spiegel.

Die Musik selbst spielt dabei natürlich auch eine große Rolle. Von immer wieder wechselnden Songwritern/Einfallspinseln geschrieben und ihr Gesang selbst bei (Live)-Konzerten gerne vom Band abgespielt, dient sie seit Jahren schon ausschließlich als Trägerfrequenz für die tollen Geschichten über Kabbalakram, sich permanent wiederholende Preisverleihungen, Luxuriöse Gutchi-Spendensammlungen für Malawi, ihre hochinteressanten Filmversuche und das Kunstding „Madonna“ an sich. All dass ist nötig um ein paar Millionen schlichter Fan-Herzen höher schlagen zu lassen, nur damit sich eine versnobte alte Göre ein wenig besser fühlt. Aber privat ist sie bestimmt ganz nett.

Klapsmühle

In Gedanken eines Verkaufsgenies, Geschichten, Gesellschaft, Konsum on 17. April 2008 at 14:05

Ein Radiowecker ist ein hochkompliziertes Stück ausgeklügelter Technik am Kopfende eines Bettes. Einer Neuanschaffung eines dieser technischen Wunderwerke geht grundsätzlich immer ausführliche Recherche voraus.

Mein Kunde braucht Hilfe, sagt er und ich glaube ihm sofort. Er möchte morgens geweckt werden. Am liebsten mit Musik aus dem Radio, soviel steht fest. Ob ich da was für ihn hätte. Ich geleite ihn zu den zweihundert Radioweckern in der eigens für sie eingerichteten Abteilung und versuche so etwas wie eine Bedarfsermittlung. Wecken soll er. Mehr nicht. Das das mal klar ist. Mir ist das so klar, wie die Diätbrühe meiner fetten Kollegin Arabella, der man, um die Behindertenquote in unserem Haus zu erfüllen ein eigenes, ihr entsprechendes Kassenhäuschen gebaut hat. Aus dem Standard-Häuschen kam sie auf üblichem Weg zuletzt nicht mehr hinaus.

Ich zeige einen einfachen Radiowecker für 29,99. Mein Kunde fragt vollkommen witzlos: „Ja kann der denn auch den Morgenkaffee kochen?“ Ja, das kann er. Und mit der Einstellungserweiterung „Sleep Deep“ kriegen sie am Abend kurz vor dem Einschlafen noch kräftig einen geblasen. Für Junggesellen oder diejenigen, die es werden wollen. Also, festgestellt dass der Kunde nicht viel ausgeben will und zack, da ist ja noch einer für 19,95. „Aber warum kostet der andere denn soviel, wenn dieser hier auch wecken kann?“ Tja, möchte ich sagen, dem fehlt eben die begehrte „Sleep Deep“ Einstellung. Tatsächlich kann man bei dem billigeren keine Sender einprogrammieren. „Aber wecken kann der doch auch, oder?“ Das ist eine großartige Frage. Kann ein Radiowecker wecken? Ja, er kann. „Und was ist mit dem hier, für 5, 99? Kann der auch wecken?“ Ja mein Schatz, er kann auch. „Warum kauft man sich denn so einen teuren, wenn die billigen sowas auch können?“ Ich denke an „Sleep Deep“ und das er wohl noch nie in seinem Leben einen geblasen bekommen hat. „Gibt halt unterschiedliche Zielgruppen“, sage ich freundlich, zuvorkommend und mit einem Lächeln auf den Lippen. „Und was ist mit dem da?“ Sein Finger zeigt auf ein Modell der oberen Klassen. Dieses gottverdammte, heiße Superbaby aus dem glühenden Schlund der Hölle hat einfach alles: Fünf einstellbare Weckzeiten für den üblichen Mormonen haushalt (das Gerät stammt von einer Firma aus Utah), einen Leistungsverstärker mit 300 Watt, zwei dicke Basslautsprecher im Koaxialen Aufbau mit integrierten Hochtönern aus Mylar in einem Titangehäuse, CD-Player, Radio mit automatischem Suchlauf und 1000 Senderspeicher für 7 verschiedene Frequenzbänder, automatische Zeiteinstellung per Funksignal, dimm bare Displaybeleuchtung, schrittweise Lautstärkeerhöhung sowohl bei Radio als auch bei CD-Wiedergabe und den 50 integrierten Naturgeräuschen, und wenn man lieb ist, haucht er einem am Morgen frischen Pfefferminzduft in die Nase. 1500 Euro!

Der „normale Hausgebrauch“ kommt ins Spiel. Naja, wir verkaufen keine Profi-Radiowecker. Nur vielleicht etwas überkandidelte Geräte für die „normalere“ Zielgruppe und ihren ganz eigenen Hausgebrauch. Normaler Hausgebrauch bedeutet im Allgemeinen: Nicht teuer. Aber neugierig sind sie trotzdem alle. Der Finger wandert weiter. Und der? Und der? Und der…? 198 Radiowecker und 396 Minuten später landen wir wieder bei dem für 5,99. Der ist aber auch gut. Und wecken kann der auch. Und zu teuer ist der auch nicht. Für den normalen Hausgebrauch eben. „Ich weiß nicht“, sagt er, „vielleicht sollte ich nochmal ‘ne Nacht darüber schlafen.“ Meine Hände wandern vorsichtig aber bestimmt an seine Gurgel, wo ich ihn unter den Anfeuerungsrufen meiner wartenden Kundschaft langsam die Luft abdrehe, und zwar genauso langsam, wie er mir soeben meinen Lebenswillen ausgesaugt hat. „Du nimmst jetzt das verdammte Ding, oder du kommst hier nicht mehr lebend raus!“ Wie ich ihn los lasse, schnappt er sich einen dieser Schrottwecker und rennt damit um sein Leben, zur dicken Arabella, die sich aus Versehen in ihrer letzten Pause eine komplette Tafel Schokolade in ihre Bluse gerieben hat. Sie lächelt ihn fröhlich an. Arabella und ich wissen, was unser Kunde nicht weiß. Was niemand unserer Kunden auch nur erahnen würde: Der Radiowecker, für den er im Begriff ist 5,99 zu bezahlen ist gerade mal 30 Cent wert. Doch das wird für immer unser Geheimnis bleiben, bis wir uns an billigen Radioweckern dumm und dämlich verdient haben und uns in der Klapsmühle eine Luxussuite leisten können um dort bis zum Ende unserer Tage hinter verschlossenen Türen bei hübschen Naturgeräuschen aus dem 1500 Euro Radiowecker genüsslich unsere in Diätbrühe getauchte Schokolade genießen.

Massenverblödungswaffen

In Blender, Gesellschaft, Medien on 31. Oktober 2007 at 01:55

Erst schuf der Herr den Monk, jetzt zeigt RTL auf seinem Sendeplatz Psych. Auf dem Nachbarkanal Pro Sieben läuft zeitgleich das in Deutschland aktuellste Simpsons-Special zu Halloween ‘Treehouse of Horror’. Während Psych sich im Laufe der ersten Minuten zu etwas entwickelt, dass man auch als hahnebüchenen Unsinn beschreiben könnte, mutiert Homer nach Genuß eines kleinen Außerirdischen Schleimlebewesens zu einem riesigen Menschfressenden Blob. In Psych geht es um jemanden, dessen Read the rest of this entry »

Vorurteile

In Geschichten, Gesellschaft, Gewalt, Irrtümer on 16. Oktober 2007 at 15:39

U-Bahn fahren ist trübe. Man kann es in den Gesichtern der Leute lesen. Man fährt halt unter der Erde und dort ist es eben dunkel. Und es ist widerlich hell. Und es riecht nach Pisse, je nach Wagon frisch oder getrocknet. Als führe der Geist aus den Seelchen der armen Menschen, steigen sie wie ferngelenkt ein und warten bis es vorbei ist. Jemand hat sich seine Gitarre um den Leib geschnallt und begleitet sich zu „Wish you where here“ von Pink Floyd. In den Kurven quietschen die Wagen wie Read the rest of this entry »

Der Puls von Margarethe S.

In Arschgeigen, Blender, Gesellschaft, Medien, Prominente on 13. Oktober 2007 at 12:10

Jeder Hans und Franz weiß was zu Eva Hermann und JBK zu erzählen. Dabei ist das Ganze doch recht einfach: Wer Jahrelang seine Informationen vom Blatt an die Nation weitergegeben hat, ist vielleicht nicht ganz so glücklich mit spontanen Formulierungen. Nach diesem Zitat muß man erstmal genau überlegen, was die Schöpferin dieser Frasen einem eigentlich sagen will. So kamen einige Journalisten dazu, dieses dehnbahre und von allen Seiten völlig anders ausschauende Satzwirrwarr gegen die Angeklagte zu verwenden. Wurstverkäufer Read the rest of this entry »

Friedensnobelpreis für Al Gore

In Blender, Gesellschaft, Politik, Umwelt on 12. Oktober 2007 at 11:35

Na darauf hat man doch gewartet: Friedensnobelpreis goes Hollywood. Folgende Filme sind in Planung:

Tom Hanks spielt einen aidskranken Friedensnobelpreisträger der jahrelang zu Fuß eine einsame Insel durchkreuzt und dabei versucht einen geheimen Code zu knacken.

Sylvester Stallone spielt einen boxenden Friedensnobelpreisträger, der versucht den Irak im Alleingang von den bösen republikanischen Truppen zu befreien, die den ganzen Tag nur Read the rest of this entry »

Was sie wollen

In Blender, Gesellschaft, Konsum, Trends, leise Kritik on 30. September 2007 at 15:59

Was kann mein zukünftiger iPod? Surfen im Internet? Wozu, zur Hölle? Ich sitze also demnächst in New York (selbstverständlich!) im Star Bucks (schon allein die Vorstellung ist für mich natürlich absolut göttlich), trinke einen ans nahezu genialistische grenzenden Kaffee und lausche der hochgradig interessanten Popmusik, die Star Bucks für mich und die anderen genialistischen Leute, die genauso sind wie ich ausgesucht hat. Ich sage oh yeah, I like that beat, und schmeiße meinen iPod an und drücke den Star Bucks-Button auf dem Read the rest of this entry »

Arschlochesk

In Arschgeigen, Gesellschaft, trash, Ärger on 31. Juli 2007 at 09:49

Dabei ist das „Arschloch sein“ gar keine tief charakterlich gefestigte Eigenschaft, glaube ich. Man könnte natürlich alle möglichen „Arschloch-Varianten“ aufschreiben und alles schön ausgearbeitet am nächsten Morgen dem größten Arschloch das man kennt vor die Nase legen. Wenn das Arschloch dann genau die Eigenschaften wieder erkennt, von denen es dachte, dass genau diese wohl eher seine edelsten seien, wird es vermutlich als Arschloch über sich selbst hinaus wachsen und dafür sorgen, dass man Read the rest of this entry »

Schatz, ich habe dich betrogen!

In Arschgeigen, Deutschland, Geschichten, Gesellschaft, Medien, leise Kritik on 1. Juni 2007 at 23:07

Es war einmal eine Tageszeitung, die am liebsten ihre ganz persönlichen Wahrheiten verbreitete. Diese Zeitung hatte viele Freunde. Einige ließ sie hin und wieder an ihrem schmutzigen hintern schnuppern. Andere durften sich ständig in ihrem fahlen Gesicht spiegeln, die Fresse aufpoliert wie das kostbar güldene Zigarettenetui einer künstlich bevollbusigten Nichtraucherin. Viele kamen mit ihr ganz groß raus. Politiker schleimten sich ein, Rockstars und jung gebliebene Altmoderatoren feierten Arm in Arm mit ihr ihren Reichtum und Read the rest of this entry »

Spion Spion

In Deutschland, Gesellschaft, leise Kritik on 26. Mai 2007 at 02:05

Neulich fand ich eine Kamera unter mir. Sie filmte mir unter den Rock. Ich fing an, mich langsam hin und her zu schwingen. Dann ließ ich mein riesiges Gemächt von der Leine: „Was zur Hölle ist das?“ fragte der erste Spion. „Ich weiß nicht“, sagte der zweite. „Zoom mal näher ran!“ Ich ließ es wachsen, bis es nicht mehr ging. „Es sieht furchtbar bedrohlich aus,“ sagte Spion nummer eins. „Oh scheisse“, sagte Spion nummer zwei. „Ich glaube, es kommt auf uns zu!“ Ich ging in die Knie. „Was ist das?“ fragte Spion nummer eins. „Da tun sich plötzlich zwei haarige Backen auf! Oh mein Gott. Es stülpt sich über uns.“ Ich würde mein Gemächt niemals dazu benutzen, jemandem zu Schaden. „Mist,“ sagte Spion nummer zwei. „Schon wieder ´ne Kamera im Arsch.“

Tippen und wippen und schnippen

In Geschichten, Gesellschaft, Irrtümer, Jäger & Sammler on 24. Mai 2007 at 19:27

Ein paar Leute kommen mir mit ihren vollgepackten Taschen entgegen, einige haben große Einkaufswagen dabei und alle müssen sie durch den gleichen Ausgang, an dem sie um ein paar Cent angebettelt werden. Der bettelnde fragt auch nur die, die wieder herauskommen. „Gib ihm noch kein Geld“, sagte meine Mama immer, „erst wenn du raus kommst, sonst zahlst du zweimal.“ „Warum soll ich ihm überhaupt Geld geben“, fragte ich. „Der braucht doch auch was zu essen“, sagte sie in ihrem traurigsten Ton. Und der Mann, Read the rest of this entry »

Der schwule Theodor

In Geschichten, Gesellschaft, Glauben, Verwirrung on 19. Mai 2007 at 13:08

Da sitzt er nun, auf dem Kirchturm und knallt wahrlos alle Leute ab. Er tut das, weil, naja, weil er eben davon ausgegangen ist, dass man ihm wirklich helfen könne. Doch von Hilfe keine Spur. Gehen wir ein wenig zurück in der Zeit. Frauen, so sagte man ihm, seien wichtig. Er würde später mal unbedingt eine Frau brauchen. Das sei eine Tatsache. Eine Frau. Für alles. Und für halt so Sachen, eben. Mit diesem Gedanken wuchs er. Bekam die Idee mit der Frau immer wieder vorgekaut, immer und immer wieder, bis er schließlich eine mitbrachte. Sie war Read the rest of this entry »

Beraubt mich nicht

In Gesellschaft, Irrtümer, Politik, leise Kritik on 15. Mai 2007 at 13:12

„Beraubt mich nicht, nur weil ich Fett bin“, sagt der Fette. Mist. Nur wegen denen soll ich also demnächst mehr für meine Schokolade bezahlen. Dauernd treiben sie die Pflegeversicherung in die Höhe, jetzt auch noch die Steuern. So etwas führt doch nur zu Auseinandersetzungen in diesem Land. Wir grenzen die Fetten aktiv aus. Also, ihr Fetten! Bevor es soweit kommt, nehmt gefälligst ab. Geht zu Frau Elvira Drobinski-Weiß und beteuert, dass ihr eine Diät machen wollt, bevor sie Read the rest of this entry »

Stark machen

In Arschgeigen, Deutschland, Gesellschaft, Umwelt, leise Kritik on 29. März 2007 at 22:42

Kahlschlag für diesen Sommer, würde ich sagen. Rasieren wir uns die Haare ab, bevor Milliarden von überlebtem Geschmeiss seine Eier in unsere hübschen Frisuren ablegt, während wir uns darüber freuen, dass die Erde wieder ein Stückchen wärmer geworden ist. Sonst wird es ein schwieriger Kompromiss, wer mag schon Insektenlarven auf seinem Kopf? Bei manchen scheinen sie allerdings schon drinnen zu stecken. Denn während sich die eine Seite der geballten Medienpower für die Umwelt stark macht, Read the rest of this entry »

Arm und verlassen

In Geschichten, Gesellschaft, Glauben on 14. März 2007 at 21:25

„Der liebe Gott hat mich auf Diät gesetzt, doch wie man sehen kann bin ich dünn genug! Haben sie vielleicht ein paar Cent übrig?“ Bevor man einen Supermarkt betritt, wird einem das Herz gebrochen. Dieser arme Mensch. Nichts zu beißen, kein Dach über´m Kopf und muß um Geld betteln. Da gebe ich doch gern´ ein paar Cent. Vielleicht sogar einen Euro. Vor mir eilt eine Mutter mit ihrer neugierigen Tochter an dem Mann mit der halb ausgestreckten Hand vorbei, er lächelt, sie schämt sich, das Kind fragt den Mann: „Wer bist du denn?“ „Oh mist“ wird sich Read the rest of this entry »

Kindermund tut Warheit sagen, alter!

In Arschgeigen, Gesellschaft, nächste Generation on 2. März 2007 at 03:33

Weißt du noch wie´s früher war? Und wenn ich von früher rede, ist das noch gar nicht so lange her. Früher hingen wir albern auf dem Spielplatz rum und das schlimmste was wir taten war, den Namen der derzeitig Schönsten ins Klettergerüst zu schnitzen. Oder, wenn´s keine Schönste gab und unsere lächerlichen kleinen Herzchen sich zerfressen anfühlten, da wir abermals vermöbelt wurden, vom Schulrowdy nummer eins oder einfach nur vom Arschloch von Nebenan, oder gar vom eigen Fleisch und Blut, ritzten wir eben deren Namen Read the rest of this entry »

Hol die iPod´s rein, es wird kalt heute Nacht…

In Gesellschaft, Konsum, Zukunft, schnelles Leben on 27. Februar 2007 at 01:18

Du arme Sau wirst doch eigentlich nur aus dem Schosse deiner Mutter geholt um die nächsten paar Monate die saugfähigsten, aber dafür auch teuersten Windeln vollzukacken, die sie finden konnten. Und davon klatschen sie dir eine nach der anderen auf den Arsch und wünschen dir gutes Gelingen. Und später gehts nur noch ums Essen, Waschen und Angeben. Irgendwann findest du heraus, dass du entweder sofort wieder in die Mutter zurück möchtest, oder aber du sehnst dich nach einer perfekt sitzenden Pampers, oder Read the rest of this entry »

Alles wird gut

In Gesellschaft, Glauben, Weihnachten on 21. Dezember 2006 at 01:42

Das Volk soll wieder lachen. Jedenfalls mehr, als es eigentlich zum lachen hat. Wir müssen wieder positiver werden. Hört doch mal auf zu heulen. Das Wetter? Ach ja, das liebe Wetter. Macht doch mal nicht so´n Wind um so ein bißchen Regen. Es ist Winter. Schade, dass es keinen Schnee gibt. Weiße Weihnacht und so. Und wenn der Schnee da ist, oh nein, gleich hat er die ganze Welt unter sich begraben. Und der Strom ist auch noch weg. Scheißdreck. Der Schnee, der Schnee. Und die Arbeitslosen. Und die Mehrwertsteuer. Und alle sind Read the rest of this entry »

Erstmal Bier trinken

In Deutschland, Gesellschaft, Prominente on 26. November 2006 at 20:38

Axel Schulz ist und bleibt halt ´ne Blödpfeife. Ohne Fackelmannhut auf der Birne scheint er endlich wieder zu sich selbst gekommen zu sein und bemerkte nach längerer Zeit, ach nee, ick kann ja jarnisch. Erstmal ´n Bier trinken, wollte er nach dem Kampf. Jab. ´N Bier gibt’s für diesen beschissenen Kampf. Mehr eigentlich nicht. Ach ja, und 1,5 Mio Dollar. Aber mehr nicht, jetze. Für 1,5 Mio kann man sich mal verdreschen lassen. Der soll aber bloß nicht anfangen zu heulen, weil jetzt alle Read the rest of this entry »

Unter der Erde

In Gesellschaft, lebendig, Ängste on 1. November 2006 at 20:07

In der Nacht, wir kriechen durch die Erde, kommen wir manchmal heraus. Den Dreck, wie ihr ihn bezeichnet schütteln wir kurz ab, danach sehen wir euch Menschen recht ähnlich. Dann laufen wir durch Parks, durch Innenstädte, über Straßen und Bahnübergänge. Manchmal bleiben wir über der Erde bis die Sonne aufgeht, bis sie wieder untergeht, manchmal sogar länger. Wir halten uns in eurer Nähe auf und suchen ganz speziell auch nach dir. Wir sehen abgerissen aus. Die Kleidung, Read the rest of this entry »

Vom schreiben müssen und lesen wollen

In Arschgeigen, Blender, Gesellschaft on 31. Oktober 2006 at 23:48

Wenn das Wetter sich mal wieder wie flüssige Pest über einen ergießt, nachdem man sowieso schon einen beschissenen Tag hatte, ist es noch unerträglicher, ALTKanzler Schröder in der Suboptimalen Plauder- und Schleimstunde mit Beckmann zu verfolgen. Es reichen schon kurze Sätze aus einem der beiden verkniffenen Münder und schon bin ich nackt auf dem Weg in den kalten Regen. Die Biographie eines freundlichen Egomanen ist mir aber auch Read the rest of this entry »