Dabei ist das “Arschloch sein” gar keine tief charakterlich gefestigte Eigenschaft, glaube ich. Man könnte natürlich alle möglichen “Arschloch-Varianten” aufschreiben und alles schön ausgearbeitet am nächsten Morgen dem größten Arschloch das man kennt vor die Nase legen. Wenn das Arschloch dann genau die Eigenschaften wieder erkennt, von denen es dachte, dass genau diese wohl eher seine edelsten seien, wird es vermutlich als Arschloch über sich selbst hinaus wachsen und dafür sorgen, dass man sich in nächster Zukunft nicht mehr so sehr in seiner Nähe aufhalten möchte. Irgendwie verständlich. Fragt sich, wer denn nun das Arschloch ist.

Irgendwann kommt aber der Zeitpunkt, andem man sich tatsächlich “Arschlochesk” verhalten muß. Für jeden von uns. Außerdem reiben wir uns täglich an Leuten, die offenbar den Arschloch-Zeitpunkt just in dem Moment erleben, in dem wir unschuldigen und eigentlich ruhenden Arschlöcher vollkommen ungeschützt durch die Gegend träumen. Ein ungeschütztes Arschloch ist höchst empfindlich. Und je kleiner es ausfällt, desto schmerzhafter wird der Zusammenstoß mit einem gemeinen, aktiven, Riesenarschloch. Das nette, kleine Arschloch mutiert im Laufe der Zeit zu einer höchst bösartigen Variante und gibt irgendwann seinen ganzen Scheiss an ein anderes, völlig unschuldiges Arschlöchlein weiter. Eine Kettenreaktion, die vermutlich schon seit beginn der Menschheit anhält. Aber ist das etwa eine Entschluldigung? Nö!

Ein Kommentar

  1. Was für eine wunderschöne Wortschöpfung, die beinahe ständig gebraucht werden kann!

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