Sprechen wir kurz über Herrn Z, der sich beinahe tagtäglich innerhalb meines Wirkungskreises bewegt. Er ist größer als ich, er ist viel fetter als ich, er ist reicher als ich und er hat eine Art an sich, ich kann es nicht beschreiben, aber meine Art, würde ich sagen, ist doch um einiges angenehmer. Und da ich also viel besser bin als er, ist es doch vollkommen klar, dass ich mich frage, warum er so viel reicher ist. Und warum ist ihm egal, dass er so unheimlich fett ist? Er sieht aus wie ein genmanipuliertes Mastschwein! … er hat kein Problem. Ich bin besser, also habe ich auch keins.

“Als meine Alte schwanger war, da hab ich zu ihr gesagt, dreh dich um, dann fick ich dich von hinten, dann brauch ich deine fette Wampe nicht zu sehen!” Das sind Informationen, die ich liebe. Immer schön freigibig bleiben, mit den persönlichen Dingen, sonst verliert man noch den Kontakt zum einfach arbeitenden Volk. Er gehört nicht dazu. Er ist was besonderes. Er ist eben nicht wendig genug, um ein Klo zu putzen. Weder körperlich noch geistig. Also hält er eine Position inne, wie auch immer er sie bekommen hat, in der er über knapp 50 Menschen nach ganz eigenem Ermessen verfügt. Und es sind 50 Exemplare, die gerne über sich verfügen lassen. Er walzt sie platt. Sie sind blass, uninspiriert, tragen in der einen Hand das festgetackerte Telefon mit direktem draht zum ihm, in der anderen ziehen sie ein paar Kisten Feierabendbier hinter sich her. Über die fette Wampe von seiner Alten haben sie sehr gelacht und wenn sie ihn kommen sehen, versuchen sie möglichst leise zu atmen.

Er saugt einem die Energie aus Körper und Geist. Schlimme folgen kann sowas haben. Ich bekomme das Bild schon nicht mehr aus meinem Kopf: Ein halsloser Koloss mit zu langen Armen und zu kurzem Pimmel versucht seine schwangere Frau Rocco Sifredi-mäßig von hinten zu besteigen. Auf sowas folgen weitere kleine Geschichten, ganz ähnlich wie diese. Nichts menschliches. Mit viel Grunzerei und haufenweise Respektlosigkeit. Wie fickende Viecher, die nicht wissen, dass man irgendwann sterben muß. Aber sie sorgen ja für Nachwuchs und bleiben so der Nachwelt für immer erhalten.

2 Kommentare

  1. Hört sich an wie mein´Chef!
    Traurig aber wahr

  2. Die Geschichte zieht mich ganz schön runter. Nur gut, dass nicht alle so sind …

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