“Beraubt mich nicht, nur weil ich Fett bin”, sagt der Fette. Mist. Nur wegen denen soll ich also demnächst mehr für meine Schokolade bezahlen. Dauernd treiben sie die Pflegeversicherung in die Höhe, jetzt auch noch die Steuern. So etwas führt doch nur zu Auseinandersetzungen in diesem Land. Wir grenzen die Fetten aktiv aus. Also, ihr Fetten! Bevor es soweit kommt, nehmt gefälligst ab. Geht zu Frau Elvira Drobinski-Weiß und beteuert, dass ihr eine Diät machen wollt, bevor sie uns mit ihrem messerscharfen Verstand noch gefährlich wird. Wenigstens das. Hinterher können wir euch ja immer noch nach Polen abschieben. Kontakte nach Polen sind immer gut, für Zigaretten. Da könnt ihr dann billiger qualmen statt teurer fressen und uns möglichst regelmäßig was mitbringen, zu besuch. Süßigkeiten sind da sicherlich auch günstiger. Ein Steuerparadies?
Das ist wie in der Schule: Einer quatscht und alle müssen Strafarbeiten machen. Danke! Und dann bekommt man Goethe und Shakespeare als Strafe bei gebracht. Wohin führt so etwas? Nach den Preiserhöhungen der Alkopops gibt´s jetzt das Flatrate-Saufen. Zigaretten kommen immer mehr von unseren Nachbarn östlicherseits und man beginnt sich zu fragen, warum Gammelfleisch immer noch so billig ist. Diese Gnome benutzen die Steuer wie die alten Lehrer ihre langen Zeigestöcke (zeig mir deine Hände – Handflächen nach unten), die unseren Eltern und Großeltern Brecht und beinahe die gesamte Mann-Familie eingeprügelt haben. Später haben die mit den dicken Wälzern auf ihre Kinder eingeschlagen. Sie konnten halt nichts dafür (wir hatten nur einen Gedichtband von Brecht in Taschenbuchform. Der wurde zwar häufig verwendet, auch generationsübergreifend, aber tat bei weitem nicht so weh, wie die gebundene Version vom Zauberberg. Zumindest nicht, wenn man damit geschlagen wurde).
Doch Steuern sind eigentlich was wunderbares. In Monaco, so munkelt man, sollen sie sogar für das gute Wetter verantwortlich sein. Und jetzt schaut euch unser Wetter an! Wir dürfen unsere Steuern nicht so behandeln. Keine Steuern, dass hätte schwerwiegende Konsequenzen für uns. Wo käme das saubere Wasser her? Und wo zur Hölle ließen wir den Unrat, der uns nach einem kräftigen Kackreiz aus dem Leib fährt, jedes mal wenn einer dieser blassen Einfallspinsel von der Hinterbank im Bundestag unsere Zeit und unser Geld sinnfrei verarbeiten möchte? Wir brauchen Parks. Und schönere öffentliche Toiletten um unsere Parks nicht zu verunstalten. Wir brauchen Gehwege und ordentliche Straßen. All das wird durch unsere Steuern realisiert. Wenn wir Inlinern, an einem lauen Frühlingsabend, oder mit unserer/unserem Liebsten auf einer Decke unter den Linden heimlich die Zeit verstreichen lassen, vergessen wir oft: Es ist die Steuer, die genau das möglich macht.
Doch die finsteren Gnome in diesem Abendland sorgen dafür, dass einem das Wort “Steuer” wie ein harter Griff in den empfindlichsten Teil des Steuerfreien Seelchens erscheint. Ein Tritt in die Eier für jeden, der Geld verdient und es natürlich auch wieder ausgibt. Die Gnome malträtieren uns mit unseren Steuern. Mit ihrer Idee per Steuererhöhung oder Strafsteuern direkt in unsere Gewohnheiten und unsere Entscheidungsfreiheit einzugreifen. Wenn wir dicke Kinder züchten wollen, dann züchten wir eben dicke Kinder! Fertig.
Ok, es ist ungesund. Und die Gemeinheiten ihrer spindeldürren Freunde oder gar irgendwelcher Fremder sind sicherlich auch nicht gerade Balsam auf der zarten Seele eines gewaltigen Klopses von zwölf Jahren. Aber wir sind es nicht, die ihnen sagen, sie sollen weniger fettfreie Gummibärchen in sich reinstopfen und falls sie diesen Rat nicht befolgen, ordentlich dran verdienen. Und falls der Dicke später schlapp macht, ist wenigstens genug Kohle da, um ihn wieder aufzumöbeln. Es sei denn, das Geld ist längst in einen anderen fetten Arsch geflossen. In ein Denkmal oder eine Parkbank oder eine Renovierung einer nicht renovierungsbedürftiger Straße, was bedeutet, in unser aller fetter Arsch. Dann dient der Dicke halt nur als gutes Beispiel für schlechte Ernährung. Wenigstens hat er dann ´ne Parkbank, auf der er an der frischen Luft zusammen brechen kann.
Warum fordert niemand eine Steuersenkung für gesunde Lebensmittel? Von sieben auf fünf Prozent? Undenkbar? Na gut. Man will ja nicht gleich das ganze System zusammenbrechen lassen. Aber wenigstens das gesunde Mineralwasser!? Von 19 auf sieben Prozent anstatt die bösen Kalorienbomber teurer zu machen. Türen öffnen, anstatt alles abzuschließen und sich den Schlüssel nur gegen Bares vom erhobenen Zeigefinger stibitzen zu lassen.




