Wenn deine Welt nicht mehr ausreicht, dann benutz doch einfach...

Die Plakette aus dem All

In Sex, Zukunft, trash on 6. März 2007 at 15:02

Neulich wurde mir zugetragen, dass es in Zukunft gar nicht mehr darum geht, mit welchem Geschlecht man Sex hat, sondern wie gut man ist. Zwei völlig unterschiedliche Kategorien zwar, aber wir leben halt in einer Zeit, in der alles mit allem verschmilzt. So spielt der verdammte Geschlechterkrieg bald keine Rolle mehr. Frauen und Männer werden nicht mehr unterschiedlich bezahlt, dass Einparken übernimmt natürlich die ausgereifte Einparkhilfe und auf den Klos der Zukunft sind die Klobrillen nicht mehr hochklappbar, da man nach so viel Sex ohnehin froh ist, sich mal hinsetzen zu können. Tatsache, es geht nur noch um Sex.

Doch ob wir Männchen oder Weibchen vor der Flinte bzw. vor dem Schneckchen haben lässt sich nur noch schwer herausfinden. Wir unterscheiden nur noch ob der Qualität des Koitus mittels einer auskunftgebenden Plakette, die jeder um den Hals tragen wird. Bemessen wird das ganze von einem elektronischem System, welches vor dem Akt anzulegen ist. Eine Art Kondom mit auslass vorne (es geht ja schließlich nicht um Verhütung) und einem kleinen Batteriepack, dass über einen Gurt mit dem Gummi verbunden ist um die Sensoren mit kleinen Stromimpulsen zu aktivieren. Der Gurt wird während des Aktes um die Hüften des Penetrierenden geschnallt. Sein „Weibchen“, wie es in der internen Fachsprache auch genannt wird (kicher), trägt einen ähnlichen Gurt um den Hals. Hier werden per Bluetooth die Signale des ersten Gurtes erfasst, mit den Empfindungen desjenigen kombiniert der den zweiten Gurt hat und direkt zum nächst wichtigen Satelliten ins Weltall geschickt. Acht Wochen nach dem Sex bekommt man eine SMS auf´s Handy mit dem Ergebnis. Während dieser Zeit sollte man keinen Sex haben, da die Daten sich sonst vermischen und das Ergebnis verfälschen würden. Die Plakette bekommt man dann umgehend, spätesten drei Wochen nach erhalt der SMS zugesandt So einfach ist das.

Allerdings besteht dabei auch eine gewisse Gefahr:
In den frühen Neunzigern waren sie überall, diese nicht geschlechtspezifizierten Dinger aus dem Weltall, die uns holten und uns Untersuchten und Sex mit uns hatten. Damals waren sie offensichtlich nicht sehr begeistert von ihren Versuchsobjekten, vermutlich weil sie sich meistens fette Amerikaner griffen. Natürlich können fette Amerikaner auch gut im Bett sein, aber hätten die Aliens auch nur einen von den Guten erwischt, sie wären sicher etwas länger geblieben.
Doch die Zukunft sieht auch für die Außerirdischen rosig aus, denn dadurch, dass wir unsere Sex-Info ins Weltall schicken, wissen sie spätestens nach acht Wochen, wen sie sich holen müssen. Und dann geht die Post ab.

So werden wir denn viel Sex haben, in der Zukunft. Wie in den Siebzigern, nur mit weniger Pickel und mehr HighTech. Ich bin mir sicher, in einer noch ferneren Zukunft wird es zur Pflicht, eine SexPlakette zu tragen. Im gleichen Zuge wird das Außerirdischen-Abwehr System von George W. Bush in die Pflicht genommen, denn man kann von keinem Menschen dieser Erde erwarten, sich dauernd von Außerirdischen entführen und Ficken zu lassen. Aber die SexPlakette aus dem All muß sein, wie eine art Tüv, zu unser aller Wohl, denn nur nach gutem Sex ist man so entspannt, dass man die Erholung von drei Wochen Urlaub in einer einzigen durchschlafenen Nacht vollziehen kann, um am nächsten Morgen wieder hübsch konzentriert in der örtlichen Außerirdischen-Abwehrstation diverse Aliens zu erledigen, die einem an die Wäsche wollen. Eine Art Teufelskreis, aber wir müssen unseren Sex verteidigen, denn abgesehen von der Fortpflanzung – in welcher Form auch immer und mit welchen Partnern er in Zukunft auch auszuüben ist, er ist das einzige, was den Menschen tatsächlich bleibt.