nasenhasenkram

es ging ein nasenhase einen strand entlang und lutschte an einem jahrhunderte alten sandkorn. plötzlich schlug ein blitz in den boden und der nasenhase war von jetzt auf gleich eingeschlossen in einem würfel aus glas. „oh“, sagte der nasenhase „das ist ja jetzt blöde“. doch niemand konnte ihn hören. das machte den nasenhasen traurig und immer wenn er traurig war, musste er essen. leider war außer ihm selbst nichts, aber auch gar nichts in diesem gläsernen käfig und so fing er an, an sich selber herum zu nagen. er aß und aß und als er beim letzten happen war, schlug ein weiterer blitz ein und sprengte den glaswürfel. „mist“, sagte die schnauze des nasenhasen und biss sich vor wut auf die lippen. und weil er ja eben noch so schön dabei war, kaute er einfach weiter und schlang den letzten rest von sich selber herunter… und wenn man ganz, ganz leise ist, kann man überhaupt nichts hören. außer den unsinn der anderen.


Mein Fischgrätenbaum

Hätte ich auch nur geahnt, dass ein Fischgrätenbaum soviel Arbeit macht, hätte ich das Geschenk abgelehnt. Die Nachbarn beschweren sich wegen des Geruchs, er ist mittlerweile so hoch gewachsen, dass meine Satellitenschüssel keinen Empfang mehr hat, und jeder hat natürlich einen besseren Tipp, was so ein Fischgrätenbaum braucht. Erst goss ich ihn mit kochendem Rollmopswasser, dann vergrub ich in regelmäßigen Abständen alte Kaviarbüchsen in seiner Erde. Und ganz wichtig: Drei mal im Monat nagel ich einen kleinen Goldfisch an seine Schuppenrinde. Das sol ihm einen ganz besonderen Glanz verleihen. Nichts davon hat diesem verdammten Fischgrätenbaum davon abgehalten zu faulen. Früher konnte man sich noch an heißen Sommertagen in seinem Schatten entspannen, doch ich fürchte, im nächsten Sommer wird nicht nur diese Straße, sondern die ganze Siedlung nach dem faulem Fischgrätenbaumgaroma stinken.

Vor einigen Jahren half ich einem Freund seinen alten Fischgrätenbaum zu entsorgen. Erst machten wir eine kleine Zeremonie, bei der wir uns mit Fischdärmen bewarfen. Er meinte, das sei ein lokaler brauch. Kurz nachdem wir das Ungetüm dann zu Fall gebracht haben, stieß aus dem Stumpf am Boden eine riesige Tentakel, schnappte ihn und zog ihn in die Erde. Ich konnte nichts tun. Ich wüsste nicht was ich tun sollte, würde mir bei meinem Baum das gleiche passieren. Also, auch wenn man mir Egoismuss vorwerfen will, ich werde diesen Fischgrätenbaum nicht Fällen. Das ist mir einfach viel zu gefährlich.


Schicksal

Freitag der 11.02.11 ist mein Schicksalstag. Alle Zeichen stehen gut für mich. Denn addiert man die 11, die 2 und wieder die 11, kommt man auf 24. Einer Zahl, die, wenn man sie mit 2 multipliziert, denn wir befinden uns im zweiten Monat des Jahres, und das Ergebnis um 18 subtrahiert, denn mit 18 haben viele andere ihren Schicksalstag, nur noch um 3, für 3 gelebte Jahrzente erhöhen muss, um auf mein alter zu kommen. Und das sagt ja wohl alles. Ganz klar: Am 11.02.11 küsst mich das Schicksal irgendwo hin.


American Culture

Eigentlich sollte ich längst schlafen, aber im Fernsehen läuft der Super Bowl und auch wenn ich zu diesem Sport überhaupt keinen Bezug habe, die Regeln nicht komplett verstanden habe und nicht einen Spielernamen kenne, schaue ich mir das ganze Spektakel sinnloserweise einmal an. Amerika, also. Das Gras ist grün, der Himmel ist blau und Frauen haben Geheimnisse, oder so. Und plötzlich tauchen doch noch ganz bekannte Namen auf: Jennifer Anniston, Shakira (die natürlich als Christina Aguilera verkleidet ist, aber ich hab’s nicht gemerkt), Ashton Kutcher, Tobi Maguire, Michael Douglas, Sam Elliot, Slash und die Black Eyed Peas. John Travolta hab ich gesehen, dann fällt jemandem der Ball aus der Hand und es wird viel über die langen Haare zweier wichtiger Spieler gesprochen, deren Positionen ich gerade vergessen habe. In der ARD-Kabine steht ein deutscher Super Bowl-Gewinner und ich frage mich, ob er bei der aus tiefstem Herzen geschmetterten Nationalhymne der Vereinigten Staaten von Amerika auch so geheult hat wie ich. Diese Christina Shakira Algorithmus hat’s einfach.

Pause. Auftritt Black Eyed Peas! Nicht, das ich was gegen die Amerikanische Kultur zu sagen hätte, aber ein paar Blödbacken zu engagieren, die rumhampeln wie Jim Hensons erste Version seiner Muppets auf Koks… an Slash’s stelle wäre ich auch mitten in der Show abgehauen. Großer Höhepunkt: Fergie Brüllt bei „where is the love“ ihren Text ins Micro, um dann, mitten auf dem Spielfeld stehend dass selbige in Richtung Zuschauer zu halten, damit die auch mal was singen können. Saublöde Geste. Schade, dass sich die sogenannten Superstars von heute auf ihren Bühnen mittlerweile genauso infantil bewegen dürfen, als würden sie vor ihrem Spiegel tanzen und dabei in eine Bürste singen.

Und einen Gedanken kriege ich einfach nicht aus meine Kopf: Fergie sieht aus, als würde sie müffeln. Dann ist sie auf ‘nem Footballfeld ja gut aufgehoben.

Zurück zum Football: ähh… …ja.


Tschüss Gary Moore

Die alten Platten meiner großen Schwester durchforstend stieß ich im zarten alter von 11 Jahren auf Iron Maiden, Saxxon und Gary Moore. Starker Tobak, damals. Während die anderen nur vereinzelt Schäden hinterließen, blieb mir Moore mit seiner vergleichsweise ruhigen Gangart erhalten und forderte mich auf, selber in die Saiten zu greifen. Seine späteren Blues-Geschichten waren zwar erstmal nicht ganz meine Welt, trotzdem habe ich mich über seine Entwicklung, zwischen Kunst und Kommerz immer mehr gefreut als über die neuste Ausgabe irgendeines weichgespülten Pop-Klassikers in Spe.

Jetzt bin ich etwas traurig über den plötzlichen Tod eines Künstlers mit dessen Musik ich einen Großteil meiner eher spröden Teenagerzeit ausschmücken durfte.

Ich wünsche seiner Familie und seinen Freunden alles Gute in dieser schweren Zeit.

Machs gut, Gary Moore!


Superheld VI – Das Kanzlerhöschen

„Du Merkelchen,“ so nannte ich sie jedesmal, nachdem ich sie durch die Laken gescheucht hatte, „war’s für dich auch so anstrengend?“ Ihre Mundwinkel verschwanden in der Tiefe. „Der heutige Tag ist ein Tag der Orgas… Organisation. Bitte gehe jetzt, bevor ich gleich wieder wichtige Entscheidungen in den Sand setze, weil ich immer stets den mittleren Weg wähle, um keine Wählerinnen und Wähler oder andere Länderinnen und Länder oder Spinnen und Schnaken oder Rehe und Katzen oder Wolken und Außerirdische oder Reporter  zu verschrecken“. „Erstaunlich, mein kleines, gewievtes Merkelmädchen“, sagte ich „wie unglaublich durchkalkuliert du an alles heran gehst. Deine Bewegungen eben waren auch eher mittelmäßig, aber dafür präzise ausgeführt. Ich habe noch nie so kontrolliert ejakuliert wie mit dir.“ „Da hab ich auch lange für geübt“, antwortete sie stolz. Ich war überzeugt: Würde sie in einem Wahljahr mit jedem ihrer Wähler das gleiche, und vor allem auf die gleiche Art treiben, wie mit mir eben, sie würde mit einem fantastischen Durchschnittswert den Wahlsieg erringen, nachdem der alte Schröder seinen Stimmenzwilling Frank-Walter auf der Bühne schon als Sieger präsentiert hat.

Ich schnappte mir ihr Höschen als Andenken und machte mich hurtig aus dem Staub, bevor sie die Decke zur Seite schlagen und aus dem Bett steigen konnte. Ich lief durchs Kanzleramt und suchte den Ausgang. Hinter mir tauchte aus dem Nichts ein Sicherheitsmann auf und forderte einen Einblick in meine Taschen. Um alles in der Welt wollte ich verhindern, dass er sieht, welche Farbe die Unterwäsche unserer Kanzlerin hat also leitete ich ein Ablenkungsmanöver ein: Ich rief den vorbei-eilenden Kriegszu-und-andere-um-stände-vertuscher  zu Guttenberg zu uns herüber und Stürmte an ihm vorbei. Der Wachmann startete Blitzschnell, doch rutschte er leider auf der besserer-Mensch-als-alle-anderen-Frisur des politischen Hochadels aus und knallte mit dem Unterkiefer auf die Harte Realität. Zu Guttenberg sah es und fing sofort an zu weinen.

Meine Tarnung war jetzt im Eimer, also hob ich ab und flog zum Ausgang. Ich bemerkte nicht, das Angelas Höschen langsam aus meiner Tasche rutschte und sich in den Knöpfen meines Superheldenmantels verhedderte. Kurz bevor ich den Ausgang erreichte, spannte sich der Kanzlerinnenschlüpfer hinter mir auf und bremste mich, wie der Schirm bei einem Dragstar. Ich biss den Gummizug durch und befreite mich flugs, bevor ich mit einem kräftigen Sprung gen Kanzlerinnenkuppel schoss. Mit meiner eisernen Faust, schlug ich durch das Sicherheitsglas und im nu war ich wieder frei. Frisch gefickt, aber ohne Kanzlerhöschen machte ich mich auf den Heimweg um mir meine Angie in den Nachrichten anzuschauen. Sie lächelte. Ich hatte meinen Dienst geleistet.


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