Dosenraviolimann

21. Februar 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Manchmal sitze ich einfach da und denke über Ravioli nach. Es sind schon viele Menschen in ihrer Not umgekommen, während ich an Ravioli dachte. Es sind nicht die selbstgemachten. Ich denke an meine Dosenravioli. Mir fällt der Dosenöffner ein, den ich vor kurzem gekauft habe. Er hing in einem Supermarkt an einem Haken, an dem ein kleines Schild den Preis von 4,50 € offenbarte. Ich schaute mir diesen Dosenöffner ganz genau an und glaubte, ein sehr hochwertiges Küchengerät für ungewöhnlich wenig Geld kaufen zu können. An der Kasse verschwamm der Preis des Dosenöffners zwischen den ganzen Raviolidosen. Beim verstauen meiner Lebensmittel viel mir noch einmal der Kassenzettel in die Hände und ich sah, dass mich dieser Dosenöffner ganze 9,99 € gekostet hat. Eine Unverschämtheit. Es ist doch völlig verrückt, neun euro neunundneunzig für einen Dosenöffner zu bezahlen. Wie kam es dazu? Was war nur passiert, zwischen dem Dosenöffnerhakenpreisschild bei den Haushalstartikeln und dem Abscannen an der Kasse? Ich musste entscheiden was zu tun sei. Sollte ich die bittere Kröte des Wucherpreises in Form eines Dosenöffners schlucken, oder ihn zurückgeben und mein Geld wieder in Empfang nehmen, oder mit den Angestellten dieses Hauses klären, wie es zu dieser ungeheueren Preisunstimmigkeit kommen konnte? Wer würde während dessen auf meine Raviolidosen aufpassen? Konnte ich überhaupt ohne Dosenöffner den Supermarkt verlassen? Der Alte war noch da, doch hatte ich mich ja während meines Einkaufs gedanklich bereits auf den Luxus des viel höherwertigen Dosenöffners eingestellt. Es sind wirklich, wirklich viele Menschen jeden Alters auf der Welt in ihrer Not gestorben, während ich über den Dosenöffner nachdachte.

 

das eimerchen

27. Juli 2012 § Ein Kommentar

es ging einmal ein eimerchen in eine nacktbar. dort tanzte ein heißes süppchen auf der bühne. doch dem süppchen war’s zu fad, da hüpfte es in das eimerchen, und obwohl beide nicht so recht zueinander passten, gingen sie miteinander fort und wurden glücklich. irgendwann regnete es und das süppchen wurde immer dünner, bis bald nichts mehr von ihm da war. da legte sich das eimerchen auf die seite, schwappte über und ließ sein geliebtes süppchen ins erdreich fließen, auf daß es die verbliebende würze nicht verliere und endlich ruhe fände.

das eimerchen ging zum strand, wo es einem kleinen, kreativen mädchen in die hände viel. von da an führte unser eimerchen ein glückliches leben als zulieferer von baustoffen für burgen, kuchen und was auch immer so herumlag. manchmal dachte es traurig an sein süppchen, doch stellte es sich vor, dass das süppchen sich durch das erdreich überall verteilt hat und somit in allem steckt, war das eimerchen berührt.

das mädchen backte und baute und sammelte föhlig weiter und wenn es nicht zertrampelt ist, dann eimert das eimerchen noch heute.

Wenn Gott stürbe

20. Mai 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Tod klopfte an einem netten, sonnigen Mittwoch Nachmittag an seine Tür. Gott öffnete in Bermudashorts, sah, wer vor ihm stand, verlor kurzzeitig seine Contenance und sagte „Scheiße! Ich hatte doch noch soviel vor.“ „Lieber Gott“, sagte der Tod, „du bist nun derjenige, der in diesem Universum, wirklich die längste Zeit hatte. Doch jetzt ist es dir bestimmt, mir zu folgen.“ „Von wem“, sagte Gott, „ich mein’, ich bin ja nicht irgendwer, …mein lieber.“ Gott behielt seinen höflichen Ton, wie immer. Ein paar Ausnahmen gab es zwar in der Vergangenheit, aber das ist schon lange, lange her und heute spricht sowieso niemand mehr davon. „Na, ich bestimme das. Wer denn sonst? Hast du vielleicht was dagegen?“

Natürlich hatte er das. Er hatte aber auch nicht wenig Respekt vor diesem Tod. Dieser Typ war unheimlich. Eigentlich konnte er sich gar nicht mehr an ihn erinnern. Er war eher so eine Notlösung, als es da unten zu voll wurde. Oder? Ne, das war die Pest. (Gott mochte die Pest. Er war ein großer Fan von makaberen Dingen – bluttriefende Splattermovies zum Beispiel, zog er sich mit Vorliebe regelmäßig an Freitag Abenden rein. Die Geschichte mit der Arche und den Pärchen, eins von jeder Art, fand er zwar ganz nett, aber damit hatte er nun wirklich nichts zu schaffen. Dieser Noah zog damals einfach sein Ding durch. Ein paar Jahre später ertrank er in seiner Badewanne, beim Versuch, die alten Zeiten aufleben zu lassen). Ach nein, diese zwei bescheuerten Brüder damals zankten sich andauernd, der eine schlug dem anderen den Schädel ein, sodass der nur noch vor sich hin vegetierte. Als Gott sah, das der zerschmetterte Körper wieder eins werden wollte mit der Erde (der Schläger hatte ganze Arbeit geleistet) formulierte er großkotzig (vor der Erfindung der Ironie liebte er seine dramatischen Auftritte) „sein Blut schreit zu mir zum Himmel herauf,“ oder so ähnlich. Und genau, es war nicht das Blut, was da so quälend um Erlösung bettelte. Gott hatte ja damals noch überhaupt keine Erfahrung mit tot und verderben. Sollte er diesem armen zermatschten Kerl  jetzt ein neues Leben geben? Es hilft ja nichts. Den konnte selbst er nicht mehr so hinkriegen, dass er wieder ins frisch ausgepackte Paradies passen würde. Selbst seine Mutter könnte nichts mehr mit ihm anfangen. Da tauchte plötzlich ein ziemlich blasser Typ mit Schwarzer Kutte auf, (Klischee, Klischee, dachte Gott einige Jahrhunderte später, während der Pest – der Tod war echt im Stress und wenn er im Stress war, redete er noch weniger als sonst und Gott hatte irgendwie schiss vor ihm und versteckte sich hinter seinem damals noch bissigen Humor), benetzte seine Hände mit dem Blut des siechenden und schaute Gott an. Das schreien endete in einem dumpfen Seufzer. Ob er noch etwas tun könne, fragte der Mann in der Kutte. Gott fühlte sich irgendwie ertappt. Was hat er denn da getan? „Geholt habe ich ihn. Sein Wille und sein Fleisch waren zu schwach.“ Huch, dachte Gott, kann der auch noch Gedanken lesen? Keine Antwort. „Äh, bleib einfach in der Nähe… Vielleicht… also ich kann’s mir zwar nicht vorstellen, aber es kann sein dass… ich melde mich“. Der Mann in der Kutte verschwand damals wieder für’s erste und ließ die auskühlende Leiche zurück.

Gott bat den Tod hinein und bot ihm etwas zu trinken an, was er dankend ablehnte. Normalerweise wäre der Job jetzt schon so gut wie erledigt und noch nie hatte er sich lange mit seinen Neuankömmlingen unterhalten. Er war eher so eine Art wortkarger Schaffner. Doch Gott war schließlich Gott und zu freundlich, also, da er schon mal da war, hätte er gerne einen Moment gesessen. „Mach’s dir bequem,“ sagte Gott und rückte den gemütlichsten Sessel heran, der je von einem Engel gemacht wurde. Wo kommt dieser Tod her. Gott hatte gar keine Erinnerung, wie und wann er den Tod als wesentliches Etwas geschaffen hat. Der Tod war wohl eines dieser seltsamen Dinge, die einfach entstanden sind, wie der Sauerstoff. Gott wollte Himmel und Erde und Tiere und Bäume und den ganzen Zubehörkram und irgendwas mussten die ja auch Atmen, oder so, sonst geht’s ja nicht. Und da Gott kein Wissenschaftler war und überhaupt keine Ahnung von Natur und Evolution hatte, aber auch niemand da war, der ihm auf die Finger schaute und blöde Regeln aufstellte, erschuf er die Dinge eben so, dass sie einfach irgendwie funktionierten (‘einfach irgendwie’ wurde seither für viele zum Lebensmotto – sicherlich nicht das verkehrteste). Viele Leute können zum Beispiel auch heute nicht erklären, wie elektrischer Strom funktioniert. Aber sie können den Stecker eines Haartrockners einstecken, um mit ihm in die Badewanne zu steigen. Gott war wie ein Kind, dass sich vorstellt, irgendwann einmal ein Astronaut zu sein. Es sieht sich in einem tollen Anzug durchs All fliegen, aber nicht die ganze nervige Lernerei, die körperlichen und geistigen Anforderungen, die an dich gestellt werden, die Erwartungen deiner Eltern und der Lehrer der Elite-Unis an dich, die teuren Drogen um durchzuhalten, den Sex mit unglaublich schönen Frauen um sich als Alphamännchen zu etablieren, den daraus resultierenden Übermut und die wiederum daraus resultierende Problematik, einfach nicht mit sich selbst allein sein zu können, was einen im All durchaus Schwierigkeiten bereiten kann, plus viele andere Dinge auf dem Weg dorthin, wo sie dich dann endlich in eine ihrer Quadrillionen Euro teuren Rakete gen Himmel schießen. Gott war eben ein mächtiges Kind und auch in seinem selbst für biblische Verhältnisse hohen Alter hatte er noch keine einzige Minute einen Gedanken an denTod verschwendet, besonders nicht an den eigenen.

Konnte er ihn einfach so holen? Auf der Erde gab es einen, dem gab man keinen Strafzettel, wenn er bei rot über die Ampel ging. Niemand würde ihn über je eine Ampel laufen lassen, klar, aber rein hypothetisch würde niemand dem Papst einen Strafzettel verpassen. Dieser Papst steht über den Dingen. Gott bewunderte das. „Den Papst würdest du dir doch auch nicht einfach so holen,“ sagte Gott. „Den Päpste hab ich auch schon geholt.“ antwortete der Tod. „Aber es gibt einen neuen,“ Gott schindete Zeit, denn der Tod machte bereits alle Anstalten aufzustehen, „Der ist auch bald dran. Nun, ich habe jetzt genug geruht. Lass uns gehen.“. Gott wurde nervös. „Aber ich bin Gott. Wenn ich tot bin, was soll dann werden? Ich würde doch überall vermisst. Die Leute würden panisch, wenn sie… wenn sie… also wenn sie niemanden mehr hätten, an den sie glauben könnten. Genau! Du kannst mich nicht einfach so mitnehmen. Ich ich bin Gott uns damit hat sichs.“

Der Tod zuckte mit den Schultern. „Ich denke, es ist eher andersherum. Du stirbst, wenn niemand mehr an dich glaubt. Und jetzt komm.“ Er streckte seine kalte Hand aus und griff sanft aber bestimmten den Arm des Herrn. Gott war erschüttert. Er ließ sich führen und bedauerte plötzlich seine Zeit nicht besser genutzt zu haben. „Man glaubt nicht mehr an mich? Deshalb sterbe ich?“ „Es gibt keinen anderen Grund, warum ich dich sonst holen soll. Einmal war ich kurz davor das Christkind zu holen. Doch ganz Plötzlich tauchte ein Gedanke auf, irgendjemand glaubte fest daran, es bringe ihm gleich einen Puppenwagen. Ein Kind, vermute ich. Ein einziges törichtes kleines Mädchen wird das Christkind gerettet haben, ohne es zu wissen, weil ihm irgendwer, vermutlich seine Eltern eine Geschichte aufgetischt haben, an die sie selber nicht mehr Glauben. Die kleine dafür um so mehr. So ist das mit euch Geisteswesen. Der Weihnachtsmann zum Beispiel hat die ganze Werbeindustrie hinter sich. Dem wird so schnell nichts passieren. Ich hatte mal daran gedacht Politiker in euren Status zu heben, aber um ehrlich zu sein“, er schmunzelte und klappste Gott mit dem Handrücken freundschaftlich auf die Schulter, „wollte ich nicht schon wieder soviel zu tun haben, wie damals bei der Pest.“ Er fand gefallen an den kleinen Anekdoten und dachte bereits darüber nach, ob er in Zukunft seinen Fahrgästen nicht öfter einen Schwank aus seinem Leben erzählen solle. Das würde dem ganzen die oft unangenehme Spannung nehmen.

„Ich bin völlig Fassungslos. Keiner glaubt an mich? Kein einziger?“ Gott weinte. „Und die ganzen Gotteskriege?“ „Die sind doch nur Vorwand. Von denen glaubt nun wirklich gar keiner ernsthaft an dich. Das ist mehr so ‘nie Stammtischmentalität, wo jeder versucht seinen Vorredner zu übertreffen.“ „ Und wie sollen die Menschen weitermachen?“ fragte Gott und wischte sich eine Träne von der Wange. Der Tod zuckte mit den Schultern. „Vermutlich wie bisher. Vielleicht mit ‘nem anderen Gott. Die werden sich schon was ausdenken.“

Feuerstelle

13. Mai 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Baum meinte, er hätte nichts dagegen. Das Gras wusste auch nicht zu widersprechen. Die Sträucher in der Ecke tuschelten ein wenig, aber im Allgemeinen wollen sie einem ja nichts böses. Sie sind eigentlich jedem wohlgesonnen, der ihnen Wasser gibt. Nur das Haus meinte, es schickt sich nicht. Das Haus gab sich gerne konservativ. Es hielt sich selbst nicht für was besseres, was so mancher aufgrund der edelen Beschaffenheit der Fassade schnell annehmen konnte. Manchmal blitzte sogar eine gewisse Lockerheit durch, doch wollte das Haus gern, dass alle anderen von seiner Strenge überzeugt waren. Weder der Rasen, noch der Baum, noch die Sträucher hielten es nicht für notwendig, mehr als das absolut Nötigste mit dem ollen Ziegelkopp zu sprechen. Der Teich war neutral. Ein sympathischer, kleiner Teich der versucht ist, jeglichem Ärger aus dem Weg zu gehen. Manchmal gibt er sich diplomatisch, doch oft genug zieht er sich einfach zurück. Der Zaun war neu und widersprach grundsätlich allem, was der Baum zu sagen hatte. Er hielt sich für weiterentwickelt, konnte dem Haus aber nicht das Wasser reichen. Ein paar Blümchen reckten ihre kleinen Köpfchen erwartungsvoll in meine Richtung. “Also gut”, sagte ich, “wenn die Mehrheit kein Problem damit hat…” Dann pisste ich die Feuerstelle in meinem Garten einfach aus.

Superheld VII – Pirates of the Bällebad

6. Mai 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich sties den Mülleimerdeckel vom Kopf und sprang aus der Tonne: Es war ein fröhlicher, frischer Frühlingsmorgen, und nachdem ich mir alte Bananenschalen, zermatschte Kaffeefilter und Erbrochenes aus dem Umhang geschüttelt hatte, überlegte ich, wer heute die Ehre hätte, mich mit einem großen Frühstück bewirten zu dürfen. Am Bürgersteigrand saß ein kleines Mädchen und weinte, also wandte ich mich zu ihr um den Grund ihrer Tränen zu erfahren: “Warum die Tränen, mein Kind? Aber fasse dich kurz, ich habe Hunger!” Sie sei traurig, erklärte sie langatmig, weil die Piraten unser Land erobern. Ich war verschüttet. Aufgefühlt. Durchbeinander. Piraten in unserem Land? Auf festem Boden? Wie konnte das passieren? Wann? Wo war ich? Ich machte mir kurz Vorwürfe.

Ich schnallte mir das Kind auf den Rücken und flog ins nächste Bällebad, wo ich hoffte einen Piraten am Schlawittchen packen zu können. Und tatsächlich: Da waren der Piraten drei. Sie sahen nicht sehr bedrohlich aus, also setzte ich die Kleine in die ungefährlichste Ecke des Bällebades ab und pirschte mich vorsichtig an das fröhliche Gesindel heran. Ob ich denn mitmachen wolle, fragten sie mich, als sie mich entdeckten. Ich sagte “wobei denn?” Das wüssten sie auch noch nicht so genau, aber wichtig wäre, dass ich überhaupt was täte. “Nun”, sagte ich, “ich tue bereits was. Ich bin ein waschechter Held und helfe den Menschen wo ich nur kann!” Sie wollten wissen wie genau, und ich erzählte ihnen von meinen spannenden Abenteuern mit Frau Westerwelle und dem Kanzlerin. Das beeindruckte sie kaum und unfreundlicherweise nahmen sie alle während ich redete ihre Smartphones heraus um ihre follower bei Twitter zu zählen oder sich gegenseitig bei Facbook zu liken. Entrüstet ob der mangelnden Umfangsformen drehte ich mich zu dem einen, den sie Schlömer nannten, nahm seinen Kopf in beide Hände und döppte ihn unter die Bälle. Er ruderte mit den Armen und ich zog seinen Kopf wieder hervor. Plötzlich schmiss die, die sie Weisband nannten mir ein paar der Bälle an den Kopf. “Lass gefälligst unseren geilen Vorsitzenden in Ruhe,” rief sie. Doch die Härte meines Schädels hatte sie sehr unterschätzt. Ich ließ nicht locker und drückte den Kopf des Vorsitzenden unter argem Beschuss nocheinmal nach unten. Die, die sie Weisband nannten, der wandelnde Kleidersack, hob sich aus den Bällen und mühte sich zu mir rüber. Dann stülpte sie Blitzartig ihren riesigen Rock über meinen Kopf und drückte so fest zu, dass mir die Luft weg blieb. Nach einer Weile hatte ich keinen Spaß mehr unter ihrem Rock und mir wurde auch etwas schwindelig. Ich lies den, den sie Schlömer nannten los und fragte mich, warum ich mich überhaupt so echauffierte. Der geile Vorsitzende blieb keuchend neben mir liegen, die Würgerin und ich waren ebenso geschafft und ließen uns in die Bälle fallen. Der dritte Pirat, den sie Delius nannten, kauerte mit dem Mädchen in einer Ecke. Sie wechselten sich mit einem Kaugummi ab. Ich stand auf und sagte: “Da ich nun weiß, was unter dem Rock derjenigen die ihr Weisband nennt vor sich geht, aber nichts über euch Piratengesindel selbst, behalte ich euch im Auge.” Ich schrieb ihr noch schnell meinen Handynummer und meinen Twitteraccount auf die innenseite ihres Oberschenkels, nahm das Kind und verschwand aus dem Bällebad. Ob es noch Angst haben müsse, fragte das Mädchen und schmatzte genüsslich ihren Kaugummi. Unhöflich, dachte ich, wollte sie aber nicht verprügeln. “Nein”, sagte ich. “Vor diesen Piraten musst du dich nicht fürchten.” Dann flog ich zu den Tafeln, um zu frühstücken.

opfern

3. Mai 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

chef: “hallo kleiner wichser.”

angestellter: “hallo chef. gehts ihnen gut?”

chef: “nicht so gut, wie wenn gewisse teile ihrer frau auf meinem gesicht platz nehmen würden!”

angestellter: “oh, haben sie meine frau denn schon einmal kennengelernt?”

chef: “na klar, als sie sie von der weihnachtsfeier abgeholt hat, letztes jahr, sie wissen schon, sie waren knecht ruprecht, alle haben sich über ihre kleine rute lustig gemacht und sie hatten sich vollgepisst.  jedenfalls, da hatte ich die gelegenheit ihrer frau mal meinen schönen großen schreibtisch zu zeigen.”

angestellter: “da hatte jemand sein glas wein auf mich geschüttet.”

chef: “ah ja… jedenfalls war mein schreibtisch hinterher extrem gut aufpoliert. sie darf gerne auch mal allein bei mir zu haus vorbei kommen. ich hätte da noch einen esstisch der mal wieder eingeölt werden müsste.”

angestellter: “ok ich werd’s ihr sagen. ich kann sie ja zu ihnen bringen und dann wieder abholen.”

chef: “gute idee. solche leute brauche ich hier, mit guten ideen. aber sie kommen bitte nicht mit ins haus, meine frau mag einfach kein ungeziefer.”

angestellter: “gut. soll ich dann einfach hupen wenn wir da sind?”

chef: “nein bloß nicht. wenn sie hupen wird meine frau möglicherweise noch wach. nein, nein, sie warten einfach darauf, bis ich rauskomme und ihre frau reinhole. und am besten warten sie dann einfach, bis sie wieder raus kommt. falls sie nicht raus kommt, ist sie wahrscheinlich zu schwach sich zu bewegen, so wie die meisten frauen, die mir die planken poliert haben. in dem fall gebe ich ihnen ein zeichen, dass sie alleine nach haus fahren dürfen. ihre frau bleibt dann einfach im keller bei unserer “budapester putzkollone”. sie verstehen schon. aber vergessen sie nicht: verhalten sie sich bis dahin ruhig.

angestellter: “ich könnte mir natürlich auch einfach ‘ne knarre organisieren und ihnen beide eier abschießen.”

chef: “oh, die eier lasse ich mir in der regel vorher abbinden. die schmecken dann einfach besser. übringes mag ich gerade diese aggressionen nicht. wissen sie denn nicht, wie sehr solche drohungen einschüchtern können, wenn sie denn richtig angewendet werden? daran sollten sie wirklich dringend arbeiten… gut. dann bringen sie mir ihre frau bitte heute abend und warten vor dem haus. am besten so kurz nach neun.”

Die Überforderung

2. Mai 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Verkäufer:

Gut, sie bekommen also das ‘I Like Spike-Paket’ mit Internet-Flat, Musik-Flat, Book-Flat, Movie-Flat, Handy-Flat inkl. 500.000 Freiminuten/Monat, inkl. Telefon-Flat in alle Netze, inkl. Internet-Flat für’s Handy und für zu Hause, Pay-Per-View-Mega-Flat vom Handy inklusive, plus ein Vorabdruck einer Fernsehzeitschrift ihrer Wahl der nächsten 24 Monate und das Receiver-Modem mit integrierter Festplatte – damit sie auch ja nichts verpassen – für Internet, Telefon und TV für 0,- Euro/Monat inkl. einem Gratisfilm + einem gratis Anruf innerhalb des deutschen Festnetzes an einen Telefonunterhaltungsbetreiber ihrer Wahl,

holt luft und sagt ganz leise ganz schnell

dieser Anruf ist eingeschränkt auf 5 Minuten.

Großmutter:

Und wie schalte ich um?

Verkäufer:

Ähh, sie drücken Strg + ALT + Leer + U für Umschalten. Dann haben sie eine  laange Sekunden Zeit sich ihren ganz persönlichen Lieblingskanal auszusuchen und dann wählen sie einfach die Kanalnummer, nachdem sie dreimal schnell hintereinander die Umschaltaste gedrückt haben.

Großmutter:

Und wenn ich meinen Sohn anrufen möchte?

Verkäufer:

Dafür nutzen sei einfach ihre ganz persönliche Gratis-Flatrate ins deutsche Festnetz. Dazu drücken sie auf der Tastatur ihres Telefons Sternchen, Sternchen, Schlüssel und drei mal die null. Danach ihren persönlichen 8stelligen Sicherheitscode, Enter und dann geben sie die Festnetznummer ihres Sohnes ein. Wissen sie, wie sie ihn am Handy erreichen?

Großmutter:

Am was?

Verkäufer:

Anstatt Sternchen, Sternchen, Schlüssel drücken sie Schlüssel, Sternchen Sternchen, Raute und geben dann anstelle der ersten null eine eins ein. Dann zweimal die Null, gefolgt von dem 13stelligen Sicherheitscode für Anrufe ins deutsche Handy-Netz, danach den 8stelligen Sicherheitscode und dann, ganz wichtig, nur zwei mal Enter und dann die Festnetznummer ihres Sohnes.

ruft laut, als wolle er seine letzten Worte übertönen,

HANDYNUMMER! Ich meine natürlich die Handynummer ihres Sohnes.

Großmutter:

Sie sehen meinem Sohn ein bißchen ähnlich.

Verkäufer:

Jaja, das höre ich oft

Großmutter:

Eigentlich finde ich, sie sehen der Zwillingsschwester meiner Enkelin noch viel ähnlicher.

Verkäufer:

Jaah, das höre ich auch sehr oft. Jetzt müssen wir nur noch hier unterschreiben und schon haben wir beiden das schlimmste hinter uns.

Großmutter:

Sind sie schwul?

Verkäufer:

Äh, ja. Ich bin auch stockschwul wenn sie wollen. Hier ist ein Stift für sie.

Großmutter:

Nein danke, ich hab’ meinen eigenen. Nicht, dass ich mir von euch schwulem Gesockse noch was einfange.

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